Lucy’s world #2

Lass los!

Arbeits­tei­lung macht das Leben leich­ter. Das merkt auch Lucy. Des­halb: Mach, was Du am bes­ten kannst — und was Dir Spaß macht!

Lucy’s world #2

Vom Fluch des Erfolgs

Seit eini­gen Mona­ten ist Lucy nun eine erfolg­rei­che Geschäfts­frau. Ihr klei­ner Laden wächst immer wei­ter, und Lucy ver­kauft Scho­ko­lade jetzt auch online. Lucy genießt, dass sie ihren Traum leben kann. Aber gleich­zei­tig muss sie viele Ver­wal­tungs­ar­bei­ten erle­di­gen. Des­halb macht sie immer mehr Über­stun­den, denn sie braucht Ruhe dazu. Sie musste neue Fähig­kei­ten erler­nen und Dinge tun, die sie nie zuvor getan hat: Neues Per­so­nal fin­den, ler­nen wie man ein guter Chef ist, über Mar­ke­ting und Bran­ding nach­den­ken, und eine Koope­ra­tion mit einem Sport­ge­schäft auf­bauen, das von einem Maul­wurf geführt wird. Lucy ist sich sicher, dass sie ins­ge­samt das rich­tige tut. Aber manch­mal ist sie so müde. Ihr Ehe­mann ist ent­täuscht, dass sie es am Wochen­ende oft nicht schafft, sich frei zu neh­men. Und der Plan, kleine Babytau­ben zu brü­ten ist auf das nächste Jahr ver­scho­ben.

Lucy fragt sich: Ist das alles? Ist das der Preis dafür, dass sie ihren Traum leben kann? Muss sie dafür ihren ande­ren Wunsch nach einer Fami­lie opfern? Sie hat es nicht zu einem ordent­li­chen Mit­tag­essen geschafft in den ver­gan­ge­nen Tagen, und nur von der Scho­ko­lade in ihrem Geschäft gelebt. Manch­mal wollte sie gar schon einen Wurm essen, um ein­mal bes­sere Nah­rung zu haben.

Ein Schritt zur Seite

Einige Tage spä­ter reicht es Lucy. Sie hat sich mit ihrem Mann gestrit­ten, ange­sichts der ers­ten Son­nen­strah­len ist der Schoko-Oster­hase im Fens­ter zer­schmol­zen, und der Online-Shop wurde gehackt. Lucy ent­schließt sich eine Aus­zeit zu neh­men und ein Wochen­ende allein am Meer zu ver­brin­gen. Sie hat die See immer schon geliebt, und die Kraft des Was­sers hat sie stets ehr­fürch­tig gemacht und ihr gleich­zei­tig das Gefühl von Frei­heit gege­ben. Lucy ist dank­bar, dass sie Flü­gel hat: So muss sie kein Online-Ticket für die Bahn buchen, son­dern kann sich ein­fach auf den Weg machen.

Schon mit den ers­ten Flü­gel­schlä­gen merkt sie, wie ihre Gedan­ken zur Ruhe kom­men. Der Wind an ihrem Schna­bel, ein paar Regen­trop­fen und dann schließ­lich: Das Meer und die Sonne. Lucy ist erleich­tert. Da ist es wie­der! Das Gefühl , das sie hatte als sie zum ers­ten Mal den Schlüs­sel ihres neuen Geschäf­tes im Schloss drehte. Das Gefühl, für ihr Schick­sal selbst ver­ant­wort­lich zu sein. Und plötz­lich wird ihr klar: Was auch immer sie tut, es ist ihre Ent­schei­dung. Sie muss Prio­ri­tä­ten set­zen, und das Wich­tige vom Unwich­ti­gen tren­nen. Und sie muss Ver­ant­wor­tung auf mehr Schul­tern ver­tei­len. So viele andere haben ihre Unter­stüt­zung ange­bo­ten. Sie muss nicht alles allein schaf­fen.

Man muss nicht alles selber machen…

Lucy ver­bringt ein ruhi­ges Wochen­ende an der See. Sie schläft viel und isst gut. Sie fühlt, wie ihre Kraft zurück­kehrt, und wie gern sie mit ihrem Mann in der nächs­ten Woche ein­mal nett essen gehen möchte. Sie kann Ver­wal­tungs­ar­bei­ten nicht aus­ste­hen. Warum also es selbst machen? Sie wird die alte Eule ein­mal fra­gen, ob sie ihr hel­fen kann. Lucy merkt, wie sie anfängt Pläne zu schmie­den. Sie muss wie­der Sport machen, und auch ihre Ange­stell­ten arbei­ten zu viel. Also wird sie ihren Laden erst etwas spä­ter öff­nen, denn ihre Kun­den kom­men sowieso meist erst am Nach­mit­tag. Vol­ler Ener­gie fliegt Lucy zurück nach Hause. Andere Tau­ben sind nicht schlauer, nur bes­ser orga­ni­siert. Das was die kön­nen, kann sie auch.

Einige Wochen spä­ter hat Lucy ihren Rhyth­mus gefun­den. Sie macht jeden Mor­gen Sport und geht dann erst zur Arbeit. Die Eule hat ihre admi­nis­tra­ti­ven Arbei­ten über­nom­men, und sie liebt es! Sie ist gerade Groß­mutter gewor­den, und jetzt fühlt sie sich auch mit ihren Fähig­kei­ten wie­der gebraucht. Im Tausch dafür hat sie von Lucy eine Scho­ko­la­den-Flat­rate bekom­men. Lucy kann so jeden Abend um sechs Uhr nach Hause gehen und hat wie­der genug Zeit für ihre Part­ner­schaft. Den Online-Shop betreut ein neuer Ange­stell­ter, des­sen Hobby Web­de­sign ist. Und alle paar Wochen schwingt sich Lucy auf ihre Flü­gel und fliegt gen Nor­den, zum Meer. Dann blickt sie ein­fach auf die See und genießt das Leben. Das Leben, das sie sich aus­ge­sucht hat.

Hier übri­gens noch der Link zu einem Arti­kel, den Lucy sehr inspi­rie­rend fand, als sie ihr Wochen­ende am Meer ver­brachte: https://www.nytimes.com/2016/10/02/opinion/sunday/ruth-bader-ginsburgs-advice-for-living.html (21.04.2017).

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